Paßholz-Geschichte

 

Vorstand  Geschichte 

75 Jahre - Geschichte des Kegelsportclub Paßholz

26.04.1994

Jauchefässer rollen, Buden werden auf den Kopf gestellt, Gärten und Zäune wei­sen morgens gelegentlich Zeichen nächtlichen Vandalismus auf. Die Polizei fahn­det, weil die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdet ist. Doch die Täter sind stets wie vom Erdboden verschwunden.

Derweil heckt eine kleine Schar Jugendlicher unablässig neue Streiche aus. Ort des Geschehens: der Peiner Marktplatz und dort die Nische vor der Bäckerei Klus­mann, man schreibt das Jahr 1919.

Einer der "Eckensteher" hatte an einem Julitag die Idee, zur Abwechslung einmal im Deutschen Haus zu kegeln. Schon nach wenigen Kegelversuchen waren die "jungen Wilden" begeistert und sich einig: das machen wir jetzt öfter, am besten gleich als Verein.

Schnell war ein Name gefunden: "Paßholz", und natürlich mußte auch eine zünfti­ge Satzung her. Gleich der erste Paragraph nannte "Gemütliches und fröhliches Zusammensein" als wichtiges Ziel. Aber auch die Erlebnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit zeigten Wirkung: "Parteigeist und Politik werden nicht geduldet". Geselligkeit war allenthalben angesagt. Über Jahre hinweg wurde eifrig gekegelt, erfolgreich geschossen, und regelmäßig wurden gemeinsame Ausflüge in die nä­he­re Umgebung unternommen.

Sportlicher Ehrgeiz entwickelte sich nur langsam, nach 1927 allerdings mit aller Macht, als der gerade gegründete Peiner Kegler Verein sein Domizil in der neu er­bauten Anlage in der Pfingsstraße bezog. Die Gründungsväter des Clubs Gustav, Willi und Otto Klusmann, Richard Daume, Adolf Schulz und Paul Ernst merkten allmählich, daß sie mit Talent und Begabung erstaunliche Wurfergebnisse zustan­de brachten.

Lange brauchte man nicht auf Erfolge zu warten. Die 30-er Jahre brachten mit dem Gewinn des Deutschen 3-Bahnen-Meisters (1933) durch Paul Ernst den er­sten Hö­hepunkt der Peiner Kegelchronik. Der Deutsche Mannschaftsmeister auf 3-Bahnen folgte 1939. Paßholz stellte im Sieger-Team allein 4 Spieler. Nebenbei wurden selbstverständlich auch noch bei Vereins-, Bezirks-, Gau- und Deutschen Meister­schaften viele Titel und vordere Plazierungen eingheimst.

Mit dem Kriegsausbruch kam der Kegelsport jedoch völlig zum Erliegen und nach 1945 war die Zahl der Kegelwilligen zunächst an den Fingern einer Hand abzuzäh­len. Dank der unermüdlichen Werbung von Paul Ernst und Otto Alpers gelang es, mit wachsenden Mitgliederzahlen den Kegelsport wiederzubeleben. Erneut reihten sich Paßholz-Kegler in Sieger- und Bestenlisten ein. Natürlich war der Club tat­kräftig und mit erheblicher finanzieller Unterstützung auch am Neuaufbau der wäh­rend des Krieges eingestürztenKeglsporthalle 1954 beteiligt.

Bis in die späten 60-er Jahre wurde die Entwicklung des Peiner Kegler Vereins maßgeblich von Paßholz mitgestaltet. In Willi Fink hatte der Club zudem ein en­gagiertes über die Stadtgrenzen hinaus bekanntes Kegelvorbild in seinen Reihen. Sportliche Erfolge auf allen Leistungsebenen reihten sich aneinander, und die Teilnahme an Punktspielen auf Bohle und Asphalt mit 3 Mannschaften war eine Selbstverständlichkeit.

Mitte der 70-er Jahre verstärkten sich personelle Engpässe im Wettkampfbetrieb, und eine Fusion mit dem Kegelsportclub NIEDERSACHEN wurde schließlich 1982 erforderlich. Die neu formierte KSG 82 kämpft heute mit 4 Teams von der Ver­bands­klasse bis zur 3. Kreisklasse erfolgreich um Punkte.

Alle aktiven Clubmitglieder beteiligen sich an den Punktspielen. Dennoch kommt das Hauptanliegen der Gründungsväter, die Pflege der Geselligkeit, nicht zu kurz. Zwar muß man nicht mehr, wie in der "guten alten" Zeit, die Genehmigung auf Verlängerung der Polizeistunde auf den frühen Morgen einholen, wenn gefeiert wird, und die regelmäßigen Festlichkeiten sind auch längst nicht mehr so laut und lang, doch Harzwanderungen, Paddeltouren und diverse Feiern und Fahrten festi­gen die traditionellen Clubideale allemal.

Gerhard Müller, der amtierende Vorsitzende, wirbt für das bald 75-jährige Paß­holz: "Wer sich fit fühlt, freitags 100 Kugeln in lockerer Runde zu schieben, ist im­mer herzlich willkommen."

 

letzte Aktualisierung: 16.11.2007