Beckmann, Gabriela und Jugend

 

Sportrait

Gabi Beckmann und die Peiner Jugendarbeit

von 2005

Ungewöhnliches ereignet sich an jedem Sonnabend auf den Bahnen im Keglerheim der Peiner Sportkegler. Bis zu 30 Kinder und Jugendliche toben über die Bahnen und sind eifrig dabei, Kegeltechnik zu erlernen. Wenn sie sich müde gekegelt haben, wird mal eben eine Runde geflippert, es wird Tischtennis gespielt, es wird gemalt, gebastelt und rumgeflaxt – bis der Kegelehrgeiz sie wieder packt.

Viele Vereine stellen betrübt fest, dass in ihren Jahresmeldungen an den KVN nur die Felder für Erwachsene gefüllt werden und dass sich die Mitgliedszahlen der Senioren stetig vergrößern. Klagen und Ratlosigkeit allenthalben – besonders im Hinblick auf die personelle Zukunft des Kegelsports im Lande. Gegensteuern – heißt denn auch das saloppe und griffige Schlagwort in der Kegelpolitik, aber wie könnte man diese Worthülse mit Leben erfüllen?

Kinowerbung, Plakate, Teilnahme an Wirtschaftsschauen, Schnupperkurse für Schulklassen und eine umfangreiche Berichterstattung in lokalen Printmedien – alles schön und gut. Doch außer Spesen bleibt trotz vielfältiger Bemühungen wenig Messbares. Wie entfacht man aber in Kindern und Jugendlichen Kegelleidenschaft und Begeisterung für eine körperliche Betätigung, die so gar nichts gemein hat mit modernen Fun- und Modesportarten und erst recht nichts mit den Möglichkeiten von Internet und Handy.

Auch die Peiner Sportkegler hatten und haben kein Rezept – aber sie hatten und haben Glück. Mit Gabi Beckmann wuchs in ihren Reihen ein Eigengewächs heran, dass seit ihren ersten Schultagen von sportlichen Ehrgeiz gepackt war, wenngleich auch zunächst nur für die Leichtathletik. Mehrfache Kreismeisterin im Sprint, im Speerwerfen und im Kugelstoßen, dazu Bezirksmeisterin mit dem Speer – so hätte es weitergehen können. Aber ein folgenreicher Sportunfall beendete ihre Karriere.

In dieser Lage tat sie das, was ihre Familie bereits erfolgreich praktizierte. Sie probierte es mit Kegeln und merkte schnell, dass ihr zweites Sportleben begonnen hatte. In kurzer Zeit lernte sie noch etwas Technik, organisierte auch gleich bis 1985 die Jugendarbeit, und später übernahm sie diese in eigene Verantwortung. Leidenschaft und Talent für das Kegeln vermittelte sie an den Nachwuchs befreundeter Kegler. Und der wiederum schwärmte in der Schule von den spannenden Samstagen. Ergebnis dieses Schneeballsystems ist eine gut gefüllte Kegelhalle.

Im Verlauf der Arbeit mit den Jüngsten merkte sie, dass neue Anforderungen gestellt waren, die weit über die Vermittlung von reiner Sporttechnik hinausgehen. „Unter den 6- bis 18-Jährigen gibt es nicht nur pflegeleichte süße und liebe Kleine, es gibt auch extreme Kinder, die besondere Zuwendung und Aufmerksamkeit brauchen“ beschreibt sie ihre pädagogische Arbeit. „Meistens ist der Bär los, und man muss zügeln und bremsen. Aber es macht auch Spaß, vor allem, wenn man die Begeisterung der kleinen Cracks sieht und sich auch sportliche Erfolge einstellen“ schwärmt sie.

Ihre Erfolgslinie ist es, nicht oberlehrerhaft Disziplin und Technik bolzen. Sie setzt auf altersgerechte Spiele, Sport, Basteln, Feiern und Ausflüge als Rahmen für den Sport. Das alles will gut organisiert und abgestimmt sein. Im Laufe der Jahre hatte sie viele Helfer, aber die meiste Arbeit bleibt eben doch an ihr hängen.

Im Verlauf der Arbeit mit den Jüngsten merkte sie, dass neue Anforderungen gestellt waren, die weit über die Vermittlung von reiner Sporttechnik hinausgehen. „Unter den 6- bis 18-Jährigen gibt es nicht nur pflegeleichte süße und liebe Kleine, es gibt auch extreme Kinder, die besondere Zuwendung und Aufmerksamkeit brauchen“ beschreibt sie ihre pädagogische Arbeit. „Meistens ist der Bär los, und man muss zügeln und bremsen. Aber es macht auch Spaß, vor allem, wenn man die Begeisterung der kleinen Cracks sieht und sich auch sportliche Erfolge einstellen“ schwärmt sie.

Ihre Erfolgslinie ist es, nicht oberlehrerhaft Disziplin und Technik bolzen. Sie setzt auf altersgerechte Spiele, Sport, Basteln, Feiern und Ausflüge als Rahmen für den Sport. Das alles will gut organisiert und abgestimmt sein. Im Laufe der Jahre hatte sie viele Helfer, aber die meiste Arbeit bleibt eben doch an ihr hängen.

In ihrer Regie holte der Peiner Kegler Verein zum Staunen der Fachwelt zwei Deutsche Meister und eine Vizemeisterschaft. „Ihre“ Jugendlichen waren und sind Abonnement-Teilnehmer bei Bezirks- Landes- und Deutschen Meisterschaften. Tatkräftig und mit großem persönlichem Engagement organisiert und coacht sie seit zwei Jahren im Bezirk II „ihre“ C-Jugend. Vergleichsturniere, von allen Beteiligten rundum gelobt, wurden eingeführt. Sie könnten auch landesweit ausgerichtet werden.

Beim Wechsel der Kiddies in die Leistungsklassen der A-Jugend und der Junioren wird es zur „Nagelprobe“ kommen: wie viele Jugendliche bleiben dann noch dem Kegelsport erhalten? Immerhin war es schon einmal gelungen, die Jugendlichen der frühen 80-er Jahre als verschworene Gemeinschaft an den Verein zu binden. Diese spielen heute in der Bundesliga und auf Landesebene. Verbandssportwart Dieter Sebastian meinte: „So viele Kinder und Jugendliche sind ein Pfund, mit dem man unbedingt wuchern muss.“ Und genau das probiert der Vereinsvorstand unter der Führung von Klaus Kroschwitz und Jürgen Weigang mit großzügiger finanzieller Unterstützung.

Sportlich hat die Peiner Jugendbetreuerin zwei große Ziele: einmal selbst bei den Deutschen ganz oben stehen, und mit erfolgreicher Jugendarbeit von unten herauf zum Bestand des Vereins und des Kegelsports beizutragen. Im Klub, im Verein und in Wettkämpfen mit ihren Mädels im Bundesligateam der Flotten Neun kennt und schätzt man das Peiner Energiepaket. Sie bewegt viel - im Team, im Verein, im Bezirk und im Land.

 

letzte Aktualisierung: 29.12.2007