Familie Häusler

 

Sportrait

Familie Häusler

von 1997

Die Peiner Kegelgeschichte wurde und wird von vielen Familien geschrieben. Es gab die Julis und die Finks in der Gründungs- und Wiederaufbauphase, die Rösners, die zur Zeit kräftig in allen Angelegenheiten des Vereins mitmischen, und es gibt die HÄUSLERS.

Sie kamen aus der Gemeinde der Gesellschaftskegler. Erika und Dieter suchten Anfang der 70-er Jahre einen gemischten Klub für ihre sportlichen Ambitionen. In der noch jungen Flotten Neun fanden sie ihn. Auf Anhieb nahmen sie erfolgreich am Punktspiel- und Turnierbetrieb des Klubs teil und waren so engagiert bei der Sache, dass sich ihr Familienleben von nun an der Pfingststrasse und auf den Kegelbahnen in ganz Norddeutschland abspielte.

Und Filius Bernd war immer dabei. Viel vom Kegelmilieu war ihm schon in Fleisch und Blut übergegangen, als er als 11-jährigereem damaligen Jugendtrainer Werner Rösner in die Hände fiel. Der erkannte Bernds Talent, förderte es und weckte seinen Ehrgeiz. Dreimal wurde wöchentlich trainiert, und als die Punktspiele bei den Erwachsenen lockten, begann der 15-jährige mit Sondergenehmigung des Bezirks seine zweite Kegelkarriere, nachdem er bereits mit gleichaltrigen Jugendlichen den Peiner Kegelsport landesweit erfolgreich vertreten hatte.

In kurzer Zeit mauserte er sich zum Leistungsträger und hatte maßgeblichen Anteil am unaufhaltsamen Aufstieg der Flotten Neunin die Kegelbundesliga. Zwangsläufig musste er damit aber in anderen Sportarten kürzer treten, im Judo und beim Badminton.

Die abgelaufene Saison begann zunächst ohne ihn. Während der Hochzeitsreise im fernen Spanien fieberten er und seine Ehefrau Martina per Telefon dem Sieg seiner Truppe entgegen. Aber als er dann wieder in seiner geliebten Schlußachse auf die Bohlen durfte, war er nicht mehr zu halten. Er legte seine bisher beste Spielzeit hin, stellte einen neuen Bahnrekord auf und bewies Nervenstärke, als er einige Male trotz Rückstand des eigenen Teams seine hochkarätigen Gegner in Grund und Boden spielte.

Sein sportliches Ziel ist einfach: Aufstieg in die 1. Liga und nicht gleich wieder absteigen. Übermäßigen Respekt vor großen Namen der Bohlekegler hat er nicht, im Gegenteil. Je stärker der Gegner, desto besser auch er. Äußerer Druck ist sein Dopingmittel für Höchstform.

Mit Wilfried Häusler ist ein weiteres Mitglied der Sippe in Sachen Kegeln aktiv, wenn auch der Kraftdreikampf inzwischen zu seiner Hauptsportart geworden ist. Der Besuch eines Fitneß-Centers und die Lektüre einer Fachzeitschrift genügten, um „seine“ Sportart zu finden. Hierbei unterstützt ihn der MTV Vater Jahn vorbildlich. Auf Anhieb wurde er1994 Norddeutscher Meister, holte 1996 den „Deutschen Meister“ nach Peine, und zur Zeit überlegt er, ob und wie er im Herbst an den in Litauen stattfindenden Europameisterschaften teilnehmen kann.

Seine Kraft bereitet ihm auf der Kegelbahn jedoch ein paar Probleme. Besonders wenn Bahnen ohne Druck „gestreichelt“ werden müssen, ist guter Rat teuer – wohin mit der vielen Kraft? Gelegentlich müssen die Pumpenrillen daran glauben. Trotzdem, wenn ein Team seines Klubs ihn braucht, ist er zur Stelle und gibt sein Bestes.

Doch nicht nur mit Kugeln und Kegeln sind die Häuslers beschäftigt. Während des Um- und Neubaus der Kegelsporthalle entlasteten ungezählte freiwillige Aufbaustunden den angespannten Vereinsetat. Und natürlich wird auch das Klub- und Vereinsleben vom Ehepaar Häusler in verschiedenen Funktionen seit vielen Jahren engagiert und zuverlässig mitgestaltet.

Nachtrag:

Alle Häuslers nehmen auch heute (2008) noch aktiv am Klubs- und Vereinsleben teil.

geschrieben von Herbert Stroppe

 

letzte Aktualisierung: 14.02.2008