Kroschwitz, Klaus

 

Sportrait

Klaus Kroschwitz

von 1995

Da kommt ja die APO!“, aber es waren nur ein paar junge Kegelenthusiasten, die Ende der 60-er Jahre die harmonische, festgefügte Kegelwelt der Väter störten,mitten unter ihnen Klaus Kroschwitz.

Große Dinge wollte die junge Garde nicht bewegen, nur ein paar Kleinigkeiten lagen ihnen am Herzen: man wollte sportlich ganz hoch hinaus, und dieses Ziel war zu organisieren, mehr nicht. Geselligkeit bei Bier und Skat, die Wahrung „geheiligter“ Zeremonien an den Kegelabenden, alles schön und gut, aber „da war sportlich viel mehr drin!“

Begonnen hatte der geborene Telgter 1958 als Kegeljunge in der Pfingststraße. 1000 Kniebeugen pro Abend brachten stolze 3 Mark Bücklohn. Damit war das wöchentliche Taschengeld gesichert aber auch das Interesse für eine Sportart geweckt, in der er sich auf Anhieb zurechtfand und wohlfühlte. Regelmäßig konnte er sich für die Teilnahme an Bezirks- und Landesmeisterschaften qualifizieren, und bis heute bestreitet er Punktspiele von der 2. Kreisklassebis aushilfsweise zur 1. Bundesliga.

Der Mitbegründer der Flotten Neun wurde ab 1968 langsam mit den vielfältigen Arbeiten vertraut, die in einem Verein anfallen. Als Sportwart und Club-Vorsitzender „übte“ er ein paar Jahre diese Aufgaben,bis er 1982 nach einer knappen Kampfabstimmung zum Ersten Vorsitzenden des Peiner Kegler Vereins gewählt wurde.

Mitte der 80-er Jahre wurde es ernst. Es gab viel zu tun, und er packte mit an, tatkräftig untersützt von einem engagierten Vorstand und vielen freiwilligen Helfern. Marksteine in den folgenden Jahren waren Umbau und Renovierung des Gaststättenteils und der Anbau einer bundesligatauglichen 8-Bahnen-Anlage

Die Anhäufung eines erheblichen Schuldenberges verursachte ihm dabei oft leichtes Unbehagen, zumal nicht abzuschätzen war, ob 14 Kegelbahnen wirtschaftlich ausgelastet werden konnten. Aber „heute sind wir aus dem Gröbsten raus und schon beinahe wieder auf Rosen gebettet“, zieht der in diesem Jahr 50 Jahre alt gewordene optimistisch Bilanz.

Für die Vereinsführung von großem Nutzen war, dass er mit vielen Persönlichkeiten aus Stadt, Kreis, Behörden und Instutionen „noch im Sandkasten gespielt hatte“ oder sie durch seine berufliche Tätigkeit bei Preussag-Stahl kannte.

Auch auf sportlicher Ebene pflegte er Kontakte zu Aktiven und Verantwortlichenauf allen Ebenen und hielt Peine damit im Gespräch der Kegelwelt. Zu dem großen Wurf der Peiner Kegelgemeinde trug er beharrlich bei: er coacht das erste Team, das in einer Bundesliga die Peiner Farben vertritt.

Den Traum der Gründungsväter der Flotten Neun, sportlich ganz oben zu stehen, ist erfüllt, und Klaus Kroschwitz hat dabei kräftig mitgemischt, die Vereinszügel immer fest und demokratisch im Griff.

Nachtrag:

Mit dem ersten Herren-Team des Klubs spielte er 7 Jahre Bundesliga, eine Saison lang sogar in der 1. Liga. Nach deren Abstieg in die Niederungen von Verbandsklasse und -liga hat sich die erste Damenmannschaft 1994 ins Oberhaus der bundesdeutschen Bohlekeglerinnen vorgearbeitet und spielt dort eine wachsend gute Rolle.

Landesweit ist der PKV hinter Cuxhaven der zahlenmäßig zweitstärkste Verein in Niedersachsen, und während vielen Vereinen das finanzielle und organisatorische „Wasser“ schon bis zum Halse reicht, steht der PKV mit seinen rund 100 Sportkegel- und Freizeitklubs und einer soliden Haushaltsführung glänzend da - nicht zuletzt dank seiner gut aufgestellten Vorstandmannschaft.

geschrieben von Herbert Stroppe

 

letzte Aktualisierung: 26.12.2007